AD(H)S in den Zentren für Kind, Jugend und Familie

Die „Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung“, mit oder ohne Hyperaktivität AD(H)S findet in der Öffentlichkeit viel Beachtung.

Es gibt viele sehr gute und informative Bücher und auch Internet Seiten zu diesem Thema, daher verzichten wir hier auf Erklärungen, was AD(H)S ist. Da im Internet allerdings auch viel Falsches steht,  verweisen wir auf einige, nach unserer Meinung gute und informative Internet-Seiten zum Thema ADHS.

www.elpos.ch
www.adhs.info
www.adhs-deutschland.de
www.kinderpsychiater-im-netz.de

In den Zentren für Kind, Jugend und Familie kennen wir uns mit AD(H)S und allem, was AD(H)S für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit ihren Familien, Partnern, Lehrern, Arbeitgebern bedeutet, gut aus und bieten Unterstützung dort an, wo es sie braucht. Zusammen mit Ihrem Haus- und Kinderarzt betreuen wir Sie in Diagnosestellung und Behandlung, gerne und wenn es nötig ist auch über Jahre.


Untersuchung

Der erste Schritt ist natürlich die Diagnosefindung. Wenn nicht bereits an einer anderen fachlich kompetenten Stelle erfolgt,  finden wir mit Ihnen zusammen heraus, ob bei Ihnen oder Ihrem Kind eine AD(H)S vorliegt. Über die Schilderung der Symptome und Probleme, das Gespräch über die Lebensgeschichte und Lebensumstände, Persönlichkeitseigenschaften, Stärken und Schwächen sowie eine erste Aufklärung über das Störungsbild kommen wir der Diagnosestellung schon nahe. Psychologische Tests zur Leistungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmungsmodalitäten runden das Bild ab. Bei Kindern unter 9 Jahren muss auch die Frage beantwortet werden, ob ein POS im Sinne der Invalidenversicherung vorliegt.


Diagnosestellung

Im zweiten Schritt besprechen wir die Ergebnisse, wo dann die Diagnose sozusagen gestellt wird, vor allem aber ein Gesamtbild entsteht, bei dem auch schon die bisher bewährten Strategien im Umgang mit dem „Problem“ ADHS entdeckt werden. Dazu gehört auch schon viel Information, was ADHS im Alltag bedeutet und wo man jenseits aller Therapien sich mit der ADHS „anfreunden“ und sich darauf einstellen kann.


Behandlungsplanung

Im dritten Schritt besprechen wir die Behandlungsmöglichkeiten, die zur Verfügung stehen und die wir für Sie oder ihr Kind bzw. die Familie empfehlen. Da gibt es meist mehr als eine Möglichkeit. Da eine ADHS-Diagnose, wenn sie stimmt, bedeutet, dass man die nächsten Jahre mit dem Thema beschäftigt sein wird, geht es auch um Entscheidungen, was jetzt gleich geschehen muss oder womit man noch warten kann.

Bei Schulkindern bieten wir an, die Ergebnisse, zusammen mit den Eltern, auch mit den Lehrern und Heilpädagogen zu besprechen. Das hat sich sehr bewährt, da die Lehrer so das Kind besser verstehen und man gemeinsam herausfinden kann, wie ihr Kind optimal in der Schule unterstützt werden kann.


Therapie

Psychotherapie, einzeln oder in der Gruppe ist meist eine wichtige Option. Bei Jugendlichen und Erwachsenen geht das über in ein Coaching, in dem man die eigenen Stärken und Schwächen kennen lernt und neu ordnet. Bei sogenannten „Komorbiditäten“, das heisst wenn zur ADHS andere Probleme wir Depressionen, Zwänge, Ängste oder andere Störungen hinzu  kommen, ist Einzelpsychotherapie meist die wichtigste und hilfreichste Behandlungsform.

Familientherapie bietet sich an, wenn es mehr als ein Familienmitglied mit ADHS gibt, wenn die Fronten etwas verhärtet sind oder wenn die sich Familie aus anderen Gründen neu ordnen und organisieren muss.

Schliesslich gibt es noch andere, wichtige Hilfsformen, die teils von der Krankenkasse oder Invalidenversicherung übernommen werden, zum Teil aber auch selbst getragen werden müssen. Dazu zählen als anerkannte und wissenschaftlich fundierte Verfahren Ergotherapie, Neurofeedback, heilpädagogische und lerntherapeutische Massnahmen. Auch Konzentrationstrainings oder andere Übungsverfahren gehören dazu. Hier beraten wir Sie und überweisen an die entsprechenden Stellen.

Und, last not least, gibt es noch Medikamente, zugelassen für die Behandlung von AD(H)S in der Schweiz Methyphenidat (Concerta®, Medikinet®, Ritalin®, Focalin®) und Atomoxetin (Strattera®). Vor allem das Methylphenidat wird in der Öffentlichkeit breit und auch kontrovers diskutiert, wissenschaftlich ist es sehr gut untersucht und man weiss entsprechend genau, was das Medikament kann und was es nicht kann. Da es keine einfache Entscheidung ist, ob man seinem Kind über Jahre ein Medikament gibt oder dieses selbst einnimmt, beraten wir auch im dieser Hinsicht ausführlich und begleiten Ihren Entscheid, ob das Medikament für Sie oder ihr Kind das Richtige ist, sorgfältig. Ganz vielen ADHS-Betroffenen hat das Methylphenidat in den letzten 50 Jahren enorm geholfen, die Symptome verringert und die Lebensqualität verbessert. Aber für viele ADHS Betroffene ist es auch nicht das Richtige oder sie wollen einen anderen Weg wählen. Wir begleiten Sie gerne mit unserem Fachwissen zu einer bewussten und für Sie stimmigen Entscheidung.

Dies (und vieles mehr) ist zum Thema ADHS zu sagen. Wenn Sie Fragen haben oder sich oder Ihr Kind zur Abklärung oder Behandlung anmelden wollen, rufen Sie an oder senden Sie eine E-Mail.